Knapp drei Monate nach ihrem Bandscheibenvorfall und nach gerade einmal zwei Schneetagen in den Beinen hat Ramona Hofmeister sich und den Weltcup-Zirkus überrascht.

Traumcomeback: Ramona Hofmeister rast beim Weltcup-Auftakt der alpinen Snowboarder auf Platz drei | Cheyenne Loch wird Vierte

Knapp drei Monate nach ihrem Bandscheibenvorfall und nach gerade einmal zwei Schneetagen in den Beinen hat Ramona Hofmeister sich und den Weltcup-Zirkus überrascht.

Beim Saison-Auftakt der alpinen Snowboardelite im italienischen Carezza fuhr die 22-Jährige aus Bischofswiesen auf Platz drei im Parallelriesenslalom, nachdem sie im kleinen Finale ihre Teamkollegin Cheyenne Loch bezwungen hatte.

„Das ist total verrückt. Das war auch so nicht geplant, nachdem wir gestern Abend erst entschieden haben, dass ich überhaupt starte. Ich war heute froh, dass die Quali so schnell los ging, so habe ich keine Zeit gehabt, mit dem Denken anzufangen“, sagte die Olympiadritte von Pyeongchang, die bereits im Vorjahr auf der Pra di Tori-Piste als Zweite auf dem Podest gestanden hatte.

„Mein Ziel war es heute eigentlich, schmerzfrei zu bleiben. Ich hätte nie gedacht, heute wieder auf dem Podium zu stehen. Das ist das perfekte Comeback“, so Hofmeister, die gestern erstmals nach ihrer Verletzungspause mit dem Team trainiert hatte. Heute und morgen wird die Bayerin auf ihren Rücken achten, um je nach Fitness-Zustand über einen Start beim nächsten Weltcup-Rennen in Cortina d'Ampezzo (Samstag, 15. Dezember, 17.00 Uhr Finalläufe) zu entscheiden.

Dort wird mit ziemlicher Sicherheit auch Cheyenne Loch erneut antreten, auch wenn sich die 24-Jährige aus Schliersee heute beim Einfahren für die Final-Heats am linken Sprunggelenk verletzt hat: „Dadurch habe ich im Steilstück auf der Frontsidekante Probleme gehabt. Ich musste immer wieder nachtarieren und im Flachstück dann aufholen. Das ging dann im Halbfinale (gegen Olympiasiegerin Ester Ledecka) und im Rennen um Platz drei nicht mehr. Aber das kämpfen hat sich gelohnt, nachdem ich zunächst unsicher war, ob ich es überhaupt probieren soll.“

Am Ende stand für die Qualifikationszweite mit Platz vier das erst dritte Top-5-Ergebnis ihrer Karriere zu Buche: „Mein Ziel war es, heute ins Finale zu fahren. Von daher freue ich mich sehr über den vierten Platz.“

Zumal der als Top-8-Platzierung gleichbedeutend mit der Erfüllung der WM-Norm ist, die Loch nun neben Hofmeister gleich im ersten Rennen der Saison sicher stellte. „Das nimmt mir natürlich den Druck für die nächsten Weltcups, nachdem ich mir den gerne einmal selber mache“, so Loch abschließend.

Dank ihres Finaleinzugs haben zudem Selina Jörg (30, Bad Hindelang) und Stefan Baumeister (Feldkirchen-Westerham, 25) als jeweils Zehnter die halbe WM-Qualifikation eingetütet.

Die weiteren Starter von Snowboard Germany scheiterten am Qualifikationscut. Carolin Langenhorst (Bischofswiesen, 22) beendete das Rennen auf Rang 20, Melanie Hochreiter (Bischofswiesen, 22) auf Platz 33. Bei den Herren wurde Elias Huber (Berchtesgaden, 19) 32ter, Ole-Mikkel Prantl (Schönau, 17) bei seinem Weltcup-Debüt 47ter.

Der Sieg ging an Tim Mastnak (SLO), während sich bei den Damen die Südtiroler Lokalmatadorin Nadya Lochner durchsetzen konnte.

Ergebnisse

  • Endergebnis Damen
  • Endergebnis Herren
  • Finalbaum Damen
  • Finalbaum Herren
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