Nur 24 Stunden nach dem PGS-Weltmeistertitel von Selina Jörg haben Ramona Hofmeister und Stefan Baumeister in Utah im Weltmeisterschafts-Parallelslalom nachgelegt.

Doppelbronze im PSL: Hofmeister und Baumeister rasen bei der WM in Utah auf Platz drei

Nur 24 Stunden nach dem PGS-Weltmeistertitel von Selina Jörg haben Ramona Hofmeister und Stefan Baumeister in Utah im Weltmeisterschafts-Parallelslalom nachgelegt.

Bei aufgrund des dichten Schneetreibens schwierigsten Bedingungen in Park City raste nicht nur Baumeister zu seiner zweiten Bronzemedaille innerhalb von zwei Tagen, auch Hofmeister sicherte sich mit Platz drei ihren Platz in den Geschichtsbüchern.

Allerdings machte es die Bischofswiesenerin ungleich schwerer als ihr Teamkollege, der in seiner ihm ruhigen Art souverän aufs Podest hinter Doppelweltmeister Dmitry Loginov (RUS) und Roland Fischnaller (ITA) carvte, gegen den er im Semifinale um gerade einmal 18 Hundertstel das Nachsehen gehabt hatte.

Hofmeister, die hinter Selina Jörg Zweitschnellste der Qualifikation, baute in jedem ihrer Heats grobe Schnitzer ein, konnte die aber in ihren ersten beiden Runden gegen Nicole Baumgartner (SUI) und Sabine Schöffmann (AUT) auf dem vor allem im letzten Teilabschnitt schnelleren blauen Kurs wieder gutmachen.

Erst im Halbfinale klappte die famose Aufholjagd gegen die später hinter Julie Zogg (SUI) zweitplatzierte Ukrainerin Annamari Dancha nicht mehr. Dafür aber wieder im Rennen um Platz drei, als die 22-Jährige kurzzeitig völlig aus dem Tritt kam, aber am Schluss die Nerven behielt und sich nach Olympiabronze im letzten Jahr heute gegen die Russin Maria Valova das zweite Edelmetall bei einem Großereignis sicherte.

„Das war unglaublich, mir fehlen die Worte. Ich habe irgendwie nie die Linie richtig getroffen. Ich fahre einfach gerne gerade, aber die Spur war eben nicht gerade“, erklärte Hofmeister ihre Fehler auf dem von ihrem Coach Paul Marks gesteckten Kurs, ehe sie erleichtert nachschob: „Ich bin vor zwei Jahren bei meiner ersten WM schon Vierte geworden und dachte eben bei meinem letzten Sturz nur: nicht schon wieder. Dann habe ich aber noch einmal irgendeinen Turbo gezündet, und das hat zum Glück noch funktioniert. Ich bin sehr glücklich.“

Teamkollege Stefan Baumeister, der erste deutsche männliche Snowboarder, der zwei Weltmeisterschafts-Medaillen gewinnen konnte, sagte: „Das war heute wieder extrem schwer mit dem vielen Neuschnee, auch wenn sie es mit der Piste gut gemacht haben. Auch wenn es im Halbfinale ganz knapp war, bin ich über den zweiten dritten Platz sehr glücklich. Ich hoffe, dass es die nächsten Rennen genau so weiter geht.“

Ebenfalls zufrieden zeigte sich Bundestrainer Paul Marks, der mit seinen Schützlingen vier der bis dato in den USA eingefahrenen fünf Snowboard Germany-Podestplätze feiern durfte: „Das war wieder super heute, auch wenn ich für das Wetter keinen leichten Lauf gesteckt habe. Es war perfekt für Stefan. Und auch wenn es bei Ramona brutal war, hat sie es sich mehr als verdient. Ich bin mehr als zufrieden. Es hätte kaum besser laufen können.“

Zumal Selina Jörg, die aufgrund eines Fahrfehlers in ihrem Viertelfinale ein besseres Resultat unnötig aus den Händen gab, als Fünfte, Cheyenne Loch als Neunte sowie Christian Hupfauer als 13ter das erneut starke Teamergebnis abrundeten.

Carolin Langenhorst hatte zuvor als 17te knapp die K.o.-Runden verpasst. Elias Huber war als 25ter ebenfalls am Qualifikationscut gescheitert.

Nachdem die Snowboardcrosser und Raceboarder die Zielvorgaben von zwei bis drei Medaillen bereits übertroffen und schon jetzt für das beste WM-Abschneiden der Geschichte gesorgt haben, können die deutschen Snowboarder gelassen in die Freestyle-Events der nächsten Tage gehen.

„Das ist der absolute Hammer. Angesichts der heutigen Verhältnisse muss man mit dem Ergebnis absolut zufrieden sein, auch wenn die Messlatte nach der formidablen Qualifikation sehr hoch lag. Aber die WM ist bis dato sehr gut gelaufen. Die Athleten performen ganz stark, der Teamspirit ist hervorragend“, bilanzierte Sportdirektor Andreas Scheid.

Verbandspräsident Prof. Hanns-Michael Hölz fügte abschließend an: „Das war der verdiente Lohn für die Arbeit des ganzen Teams. Damit ist die beste Basis für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.“

Wie die Zukunft der WM aussieht, ist derzeit indes noch unklar. Denn aufgrund der Wetterverhältnisse vor Ort ist der für heute Nacht angesetzte Big Air-Entscheid sowie die morgige Halfpipe-Qualifikation verschoben worden.

Ein Update über die Zeiten ist hier einsehbar.

Ergebnisse PSL

  • Bronze Ramona Hofmeister (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 22), 2te WM-Teilnahme
  • Bronze Stefan Baumeister (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25), 4te WM-Teilnahme
  • Platz 5 Selina Jörg (Bad Hindelang, SC Sonthofen, 31), 7te WM-Teilnahme
  • Platz 9 Cheyenne Loch (Schliersee, SC Schliersee, 24), 3te WM-Teilnahme
  • Platz 13 Christian Hupfauer (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25), 2te WM-Teilnahme
  • Platz 17 Carolin Langenhorst (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 23), 2te WM-Teilnahme
  • Platz 25 Elias Huber (Berchtesgaden, SC Schellenberg, 19), 1te Teilnahme
  • Ergebnis Damen
  • Ergebnis Herren
  • Finalbaum Damen
  • Finalbaum Herren

  • Zeitplan Medaillenentscheidungen

  • Mittwoch: 6. Februar: 3:00 Uhr: Big Air - Achtung unbestimmt verschoben!
  • Freitag, 8. Februar: 19:00 Uhr: Halfpipe
  • Sonntag, 10. Februar: 19:00 Uhr: Slopestye
  • Alle Angaben deutscher Zeit.

    Alle Finals werden live auf sportschau.de gestreamt.